Kivu Drucken

Das Leben der Menschen im Kivu, einer Region im Osten der Demokratischen Republik Kongo, hat sich seit dem Genozid in Rwanda dramatisch verändert. 1994 flüchteten ca. 1,2 Mill Menschen aus Rwanda in den Kivu, davon ca. 500.000 in die Gegend um Bukavu.

Die Fernsehbilder der Flüchtlingsströme und der Lager um Goma und Bukavu gingen um die Welt. Das Massenelend öffnete für einen Moment das Interesse und die Herzen der Zuschauer.

2 Jahre lang wurden die Flüchtlinge von der Weltgemeinschaft versorgt. Diese massive Unterstützung brachte aber die Lebensverhältnisse der dort ansässigen Menschen völlig durcheinander: Die ungeheure Migrationswelle verteuerte lebenswichtige Produkte um ein Vielfaches, Gärten und Wälder wurden ausgeplündert, der Arbeitsmarkt geriet aus den Fugen. Schließlich versank der Kivu nach 2 Jahren in Bürgerkriegswirren. Bis heute haben sich die Verhältnisse nicht stabilisiert. Die Menschen der Region müssen die dramatische Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen selbst tragen.

Jahrzehntelang aufgebaute Projekte der Entwicklungszusammenarbeit wurden abgebrochen. "Müssen wir auch erst Tausende umbringen bis die Welt auf unsere Lage aufmerksam wird?" - Mit dieser Frage wird man im Kivu konfrontiert, wenn man nach den Nöten der Menschen fragt.

Während Rwanda wieder vielfältige Hilfen bekommt, werden die Menschen im Kivu mit ihren Problemen allein gelassen.

 

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