Maman Bulonza Drucken
Die Gruppe

In Irhaga, einem Dorf der Region Walungu, ca. 45 km von Bukavu entfernt, wurde im Februar 2000 die Gruppe "Maman Bulonza" gegründet. Sie besteht aus 89 Frauen, darunter 6 Lehrerinnen und 2 Ernährungsberaterinnen.

Die Gruppe hat sich zur gegenseitigen Hilfe verpflichtet: Sie erlernen einfache Methoden der Bodenverbesserung, beginnen einkommensschaffende Projekte und kümmern sich um die Rechte und Interessen der Mitglieder. Die Gruppe besitzt ein Gemeinschaftsfeld mit Bohnen und Maniok.


Bisher verwirklicht


Die Gruppe hat alle in der Region Interessierte zur Besinnung auf die eigenen Kräfte aufgerufen. Sie hat auf die Möglichkeiten einer Schweinehaltung aufmerksam gemacht und gezeigt, wie man mit kleinen Aktivitäten Geld erwirtschaften kann: Bspw. mit der Herstellung von Körben aus Maisblättern oder mit dem Backen kleiner Krapfen oder Brot.


Problematik der Region

Nach 32 Jahren Mobutu-Diktatur leiden die Menschen seit einigen Jahren unter den beiden kongolesischen Kriegen. Vor allen in den ländlichen Regionen herrschen katastrophale Zustände. Die Bevölkerung der Dörfer zahlt den "Preis der Kriege". Die Witwen sind am schlimmsten betroffen. Mit Mais, Bohnen, Maniok und Jam von ihren ausgelaugten Feldern versuchen sie zu überleben.

Aus dieser Situation heraus haben sich Witwen zu der Gruppe "Maman Bulonza" zusammengeschlossen. Gemeinsam suchen sie in ihren Möglichkeiten nach effizienteren Methoden. Dabei sind sie auf die Schweinehaltung gestoßen. Einige Familien haben damit schon begonnen.


Vorhaben der Gruppe

Die Gruppe möchte eine Schweinehaltung aufbauen. Die Vorzüge der Schweinehaltung sind:
           
  • die rasche Vermehrung von Schweinen
  • Schweine begnügen sich mit Küchen- und Gartenabfällen, verursachen keine großen Kosten.

Zunächst sollen die 20 bedürftigsten Witwen der Gruppe Schweine auf Kredit bekommen. Nachdem diese Schweine ersten Nachwuchs haben, "zahlen" die Frauen ihren Kredit über Ferkel zurück. Diese können dann weiteren interessierten Familien gegeben werden. Nach und nach können damit immer mehr Familien an der Schweinehaltung beteiligt werden.

Als Eigenbeitrag bauen die Frauen zunächst angepasste Schweineställe. Dann werden sie von einem Agronomen über Schweinehaltung und von Ushirika über Projektmanagement unterrichtet. Jede Frau bekommt 2 Schweine: 1 weibliches und 1 männliches ca. 4-6 Monate alt. Zur Stärkung erhalten die Tiere für die erste Zeit ein wenig Kraftfutter und werden geimpft.

Ein Teil der Unterbringungs- und Versorgungskosten während der Kurse wird von den Frauen und der Gruppe übernommen.

Mit der Schweinehaltung, dem Verkauf von Schweinen, wird man das Schulgeld der Kinder zahlen können und Geld für Medikamente im Krankheitsfall haben. Gleichzeitig verbessert sich die Ernährungslage der Familien. Der Schweinemist wird als Dünger auf den Feldern verwandt werden.


Empfehlungen von Ushirika

Ein Agronom aus Irhaga wird der Gruppe bei der Schweinehaltung zur Seite stehen. Ushirika wird sich um die Kurse zur Einführung der Frauen kümmern. Da Irhaga an einer Durchgangsroute liegt, kann Ushirika die Gruppe leicht durch Besuche vor Ort betreuen und beraten. Mit dem "rotierenden Kreditsystem" wird man vielen helfen können. 754 Familien der Region haben sich schon an Schweinehaltung interessiert gezeigt.

Ushirika empfiehlt die Unterstützung und bittet ProKivu zur Bereitstellung der erforderlichen Mittel.


Budget der Unterstützung durch ProKivu

Kurs zum Projektmanagement 100 $
Kurs über Schweinehaltung120 $
Kauf von Schweinen40 x 15$ = 600 $
Transport der Schweine 100 $
Kauf des Impfstoffs80 $
Kauf von Kraftfutter145 $
Beratung durch Ushirika171 $
Verwaltungskosten 114 $
Gesamtbudget 1.430 $


Überweisung


November 2002: ProKivu hat am 12.11.2002 die angeforderten 1.430,00 $ nach Bukavu überwiesen.