Seifenprojekt Umoja Drucken
Die Gruppe

Im Februar 2002 gründeten 26 Frauen in Bukavu die Gruppe UMOJA. In gegenseitiger Hilfe wollen sie das Überleben ihrer Familien sichern, ihre Versorgung und Wirtschaftskraft stärken. Gleichzeitig will man eine Solidaritätskasse für die Gruppe ins Leben rufen.


Bisherige Verwirklichungen

Zunächst ging es um die Ziele und Organisation der Gruppe. Mit dem Abfall großer Seifenhersteller hat man begonnen, eine eigene kleine Seifenherstellung aufzubauen. Zwei Mitglieder der Gruppe wurden während der Zeit ihrer Niederkunft unterstützt.


Problematik der Region

Die zwei Kriege, die das Land erschüttert haben, haben das Leben der Menschen verändert: Viele haben ihre Arbeit verloren, ihre Habe wurde geplündert, Ernten auf den Feldern und Vieh gestohlen, Fehlernährungen gepaart mit Krankheiten und Epidemien haben zugenommen. Die immer noch unsichere Lage in den ländlichen Regionen hat dazu geführt, dass viele Menschen nach Bukavu gezogen sind. Die aufnehmenden Familien sind mit dieser Aufgabe total überfordert, da sie selbst nicht genug zum Leben haben.

Trotz dieser Situation haben sich die Frauen nicht unterkriegen lassen. Sie sind Mittelpunkt und Stütze ihrer Familien: Über Kleinhandel versuchen sie Geld zu verdienen, legen neben ihren Wohnungen Gärten an, sind Ernährerrinnen und Erzieherrinnen der Gesellschaft.

Die Frauen von UMOJA sind aus Mwenga nach Bukavu gekommen, einer vom Krieg heimgesuchten Region. Sie haben sich organisiert und begonnen Seife herzustellen.

Obwohl es viele Seifenherstellungen in Bukavu gibt, bereitet es keine Probleme Abnehmer zu finden. Die Bevölkerung Bukavus, aber auch die Menschen aus den umliegenden Regionen versorgen sich in diesem Zentrum der Provinz Süd-Kivu.


Vorhaben der Gruppe

Die Gruppe möchte die Wirtschaftskraft ihrer Familien verbessern: Die Seifenherstellung soll ausgebaut werden und man möchte die Frauen über einkommensbildende Projekte unterrichten.

Konkret: Mit einer vorbereiteten Gruppe von 10 Frauen soll das System eines rotierenden Kredits ins Leben gerufen werden. Diese Frauen haben schon Erfahrung in der Seifenherstellung. Jede bekommt als Startkapital 35$. In einem Kredit-Protokoll wird die Kreditvergabe, die hinterlegte Sicherheit für die Kredite und die Zurückzahlungen jeder Frau festgehalten. Die Grundstoffe für die Produktion sollen gemeinsam gekauft werden, herstellen wird man die Seife am Standort der Gruppe. Über einen Zeitraum von 7 Monaten werden die Frauen Ihren Kredit zurückzahlen, jeden Monat 5$. Sobald Rückzahlungen an die Gruppe gehen, können neue Kredite vergeben werden.

Wenn alle 26 Mitglieder integriert sind, wird UMOJA den Gesamtkredit von 350$ an Ushirika zurückzahlen.

Direkte Nutznießer des Projekts sind die 26 Frauen mit ihren Familien, ca. 160 Angehörigen. Die Eigenbeteiligung besteht aus dem 70$ Beitragsbestand der Gruppe sowie dem Materialbestand zur Seifenherstellung, ca. 35$. Außerdem übernimmt UMOJA die Kosten der Kurse.

Eine bessere Ernährung der Familien und die Bezahlung des Schulgelds der Kinder wird angestrebt. Mit ausreichend Seife wird die Hygiene der Familien verbessert. Damit können viele Krankheiten vermieden werden.


Empfehlung von Ushirika

Die Frauen von UMOJA kennen sich in Seifenherstellung aus und haben mit Produktion und Verkauf schon Erfolg gehabt. Die Ausweitung ihres Projektes wird unter diesen Voraussetzungen sicher gelingen.

Der von UMOJA zurückgezahlte Kredit wird Grundstock eines Reservefonds bilden, der von Ushirika eingerichtet wird. Mit diesem Fond wird Ushirika ähnliche rotierende Vorhaben kleiner Gruppen unterstützen.

Ushirika empfiehlt die Unterstützung und bittet ProKivu zur Bereitstellung der erforderlichen Mittel.


Budget der Unterstützung durch ProKivu

Kauf von Plastikschüsseln, Handschuhen etc. 80 $
Kauf von Abfall zur Seifenherstellung
(Abfall der großen Seifenhersteller)
350 $
Beratung durch Ushirika65 $
Verwaltungskosten43 $
Gesamtbudget538 $


Überweisung     

November 2002: ProKivu hat am 12.11.2002 die angeforderten 538,00 $ nach Bukavu überwiesen.