Straßenkinder Drucken

Ein Junge erzählt vom Leben seiner Familie: Er kommt aus Bushwira und ist 12 Jahre alt. Als sein Vater starb, hinterließ er die Mutter mit vier Kindern, von denen er der Älteste ist. Das ganze Erbe wurde von der väterlichen Familie beansprucht, die seine verwitwete Mutter lieblos behandelte. Da nun das Nötigste zum Leben fehlte, schickte die Mutter ihren Ältesten nach Bukavu, um dort einen Verdienst zu suchen.

So wurde er Straßenkind, Lastenträger und Aushilfskraft. Die Nächte verbringt er an einsamen Stellen, auf Baustellen oder öffentlichen Plätzen. Im Durchschnitt kann er 150 kongolesische Francs oder 0.7 $ pro Tag verdienen. Für sein Essen, einen Teller Reis mit Bohnen bezahlt er 80 Francs oder 0.4 $. Laut Abmachung mit der Mutter muss er ihr am Monatsende den Gegenwert eines Huhns, also 3 $, abliefern. Man kann aber nur ein Huhn kaufen, wenn das Geld nicht für eine ärztliche Behandlung gebraucht wird. Das Ziel ist, am Jahresende eine Ziege kaufen zu können, die dann an den Besitzer des kleinen Feldes von 20 m² gegeben werden muss, das die Mutter für die Familie bearbeitet. Der Junge ist überzeugt, dass seine Arbeit ihm eines Tages eine Kuh einbringen wird, die er dann an seine Schwiegerfamilie als Brautpreis zahlen wird für die Frau, mit der er eine Familie gründen wird. Was wird einmal das Schicksal seiner Kinder sein? Es ist ein Teufelskreis der Armut, in den diese Familie gestürzt wurde.