Der Gesundheitszustand Drucken

Der Gesundheitsstand im Osten der Demokratischen Republik Kongo verschlechtert sich immer mehr: Unterernährung, Mangelernährung, eine Mahlzeit pro Tag, in vielen Familien nur eine Mahlzeit alle zwei Tage, Mahlzeiten ohne Eiweiß, Gemüse, Vitaminen sind hierfür die unmittelbare Ursache. Die meisten Menschen haben nur eine Mahlzeit aus  „Foufou“, einem stärkehaltigen Teig aus dem Maniok. Nur wenige "Reiche" können sich hierzu eine Soße mit Fleisch oder Fisch leisten. Endemische Krankheiten haben sich eingestellt: Malaria, Ruhr, Cholera, Wurmkrankheiten.
Der Mangel an Hygiene äußert sich im Mangel an Wasser und führt zur Ausbreitung der Krankheiten „der schmutzigen Hände“.

 

 

 Für die arme Bevölkerung ist eine medizinischer Versorgung unbezahlbar. Die Medikamente in den Apotheken, die ärztlichen Beratungen und die Untersuchungen im Labor sind extrem teuer. Bei einem privaten Mediziner variieren die Preise einer Untersuchung zwischen 5 $ und 10 $ , während sie im Krankenhaus 3$ kostet. Die Behandlung von Malaria kostet in einem staatlichen Zentrum
2 $ pro Person. Komplikationen treiben den Preis in die Höhe treiben. Eine Behandlung ist nur auf der Basis vorhandener Barmittel möglich, da ohne direkte Bezahlung nicht behandelt wird. So werden Medikamente oft sehr unregelmäßig eingenommen. Ein Kaiserschnitt kostet mindestens 100 $. Es gibt Menschen, die werden im Krankenhaus eingesperrt, da sie ihre fälligen Rechnungen nicht bezahlen können. In all den Fällen, wenn man plötzlich erkrankt oder einen Unfall hat, gibt es von öffentlicher Seite keinen Krankentransport, - dieser existiert einfach nicht mehr. Falls man nicht in der Lage sein sollte, die Kosten des Transports privat zu organisieren und zu bezahlen, wird der Kranke auf dem Rücken seiner Familie transportiert, auch mit dem Risiken unterwegs zu sterben. Ambulanzen, wenn überhaupt vorhanden, werden zum Transport von Medizin und dem medizinischem Personal benutzt, nicht zum Transport der schwer erkrankten Patienten.

Vor der Behandlung eines Kranken wird zunächst eine bestimmte Summe als Kaution verlangt, selbst wenn er mit dem Tode ringt. Viele Menschen sterben, ohne einen Arzt konsultiert zu haben. Falls man nach erfolgter Behandlung nicht sofort bezahlen kann, kann man einen Pfand abgeben. Meist sind dies Kleidungsstücke, ein Radio oder eine Nähmaschine. Dieser Pfand sollte 50 % der Kosten für den Eingriff abdecken. Dieses System hat sich bereits in einen Teufelskreis verwandelt: Viele können den für das normale Leben benötigten Pfand nicht auslösen und viele Krankenhäuser haben dann aufgrund fehlender Barmittel wieder zugemacht.

Im ländlichen Milieu ist die Situation katastrophal: Die Menschen leiden enorm mit all ihren Konflikten, den Unsicherheiten und der Isolation in den Dörfern. Die Entfernungen der Dörfer von den Krankenhäusern ist oftmals so groß, dass die Strecke nicht zu Fuß zurückgelegt werden kann. Viele Kranke sind ihrem eigenen Schicksal geweiht, da die Familie keinerlei finanzielle Mittel hat, die Medikamente zu bezahlen. Die Leute versuchen aus Pflanzen Medizin zu gewinnen, haben meistens jedoch keinerlei Fachkenntnisse. Solche, die noch einen Viehbestand haben, setzen diesen oftmals als Pfand bei Krankheiten ein. In manchen Regionen werden die Behandlungspreise in der Währung „Hühner“ oder „Ziegen“ angegeben, manchmal in Kilo oder einer anderen üblichen Angabe von Nahrungsmitteln, wie z. B. Bohnen, Mais oder Palmenöl.

In den belebten Zentren der Städte, die ¾ der Bevölkerung repräsentieren, auch in den Dörfern müssen im Todesfall die Leichen von einem Familienmitglied, Nachbarn oder Freund auf dem Kopf bis zum Friedhof transportiert werden. Stirbt hingegen ein Reicher oder ein Politiker, gibt es auf den Strassen Staus von PKW's, die sich hintereinander drängen um zur Beerdigung zu fahren. Enorm sind auch die Kosten für die Trauerfeiern, die meistens 3 Tage andauern. Welch Kontrast sagte ein Intellektueller: “Es ist kein Glück glücklich zu sein, wenn man ganz allein in seiner Ecke ist.“

Die Pflanzenzucht für die medizinische Therapie hat sich mehr und mehr durchgesetzt. Man sieht heute immer mehr Pflanzen auf  einzelnen Parzellen. Die dienen zur Behandlung einfacher Krankheiten, wie Magenproblemen, Verbrennungen und Wurmkrankheiten. Andere glauben, dass Christen sich dieser Mittel nicht bedienen können.

Wenn die Krankheiten andauern, konsultiert man sogenannte Fetischheiler, die mit ihren Tipps zur Heilung und zur psychologischen Stärkung der Kranken beitragen. Auch ist es alltäglich geworden in die Glaubenshäuser zu gehen, um auf ein Wunder der Heilung zu hoffen. Viele Menschen sterben in dem Glauben, von einem bösen Geist besessen zu sein, der ihnen durch Schicksal, durch Eifersüchtige oder andere Menschen mit bösen Wünschen übertragen wurde. Die Auswirkungen der Geisterbeschwörungen haben einen enormen Einfluss auf die Bevölkerung. Hier müsste spezielle Aufklärungsarbeit geleistet werden.

Aids erkennen viele gar nicht als Krankheit. Viele glauben vielmehr, es sei eine Strafe für Übertretungen bestimmter Verbote oder Regeln. Andere glauben, es sei eine Bestrafung gegen die Menschheit, eine Antwort auf alle moralischen und soziologischen Verfehlungen oder Verstöße gegen die Lebensgrundlagen, die aktuell begangen werden. Andere Meinungen gehen davon aus, es sei eine Krankheit der Reichen aus den Städten. Vor dem Hintergrund all dieser Fehldeutungen ist es schwierig, eine sinnvolle Präventionsarbeit zu leisten zumal die Menschen dieser Krankheit in hohem Maße ausgesetzt sind. Es gibt sogar Bevölkerungsgruppen, die bei dem Einsatz von Präservativen an ein Satanswerk denken und der Meinung sind, dass sexuelle Beziehungen durch nichts gestört werden sollen, auch nicht durch einen sinnvollen Schutz.