Schuster am Straßenrand Drucken

An fast jeder Straßenkreuzung gibt es einen Schuster, der sich am Straßenrand eingerichtet hat. Er trägt einen Sack aus Stoffresten bei sich, in dem er die gebrauchten Schuhe aufbewahrt und die er im Laufe des Tages repariert. Die Reparation eines Schlappens kostet normalerweise 10 Francs Congolais. Jetzt während der Regenzeit mit dem vielen Schlamm in Bukavu reichen die Schlappen nicht aus, sie gehen laufend kaputt. Auch andere Sandalen reißen schnell. Das Handwerkszeug des Schuhmachers besteht lediglich aus 1-3 Nadeln, angepassten Messern und einem kleinen Hammer. Das Nylongarn wird entweder auf dem Markt oder in einer der kleinen Eisenwarenhandlungen gekauft. Manche benutzen auch Fäden, die sie beim Erhitzen alter Reifen herauslösen, keine einfache Arbeit. Der Schuhmacher, der vor unserem Büro arbeitet berichtet uns folgendes :

 

Schuster


" Normalerweise verdienen wir den Wert von 1 bis 2 $ am Tag, wenn wir einen guten Ruf und wenn man einen guten Platz in der Stadt haben. Es gibt aber auch Gegenden in der Stadt, da ist es nicht leicht einen Klienten zu bekommen. Manchmal verdient man auch weniger als ½ $. Es ist ein schwieriges Geschäft und bringt nicht viel ein. Es ist der Zusatzverdienst zu dem meiner Frau, die auf dem Markt von Kadutu arbeitet. Sie erwirtschaftet das Geld für das Essen für unsere 6 Kinder. Ich bezahle das Kerosin und das Schulgeld für unseren einzigen Sohn. Wir haben es für besser gehalten, unseren Sohn zur Schule zu schicken, als unsere Töchter. Der Sohn bringt Reichtum für unsere Familie, die Mädchen sind später der Reichtum der Familien, in die sie einheiraten. es wird vor allem schwierig für uns, wenn jemand krank wird, denn wir haben oft das Geld nicht, um die Rechnungen für die Medikamente zu bezahlen. Die großen Mädchen in unserer Familie arbeiten auf dem Feld und hüten die kleinen Kinder zu Hause. "

 

 

Schuster

 

Wie man auf den beiden Photos sieht, stellen viele Schuhmacher noch ein Regal auf, in dem sie zusätzlich Zigaretten, Bonbons, Stifte, Hefte, Streichhölzer, Plastiktüten, Speiseöl, kleine Küchlein, geröstete Erdnüsse etc. verkaufen. Denn im Verlaufe des Tages, wenn es mal keine Klienten gibt, kann man vielleicht den einen oder anderen für den kleinen Laden interessieren. Besonders Zigaretten werden von den Jugendlichen gekauft, und die kleinen Küchlein und Erdnüsse von Kindern, die von ihren Eltern Geld bekommen haben.

Die Kinder des Nachtwächters eines Frauenzentrums unserer Kirche sind alle Schuhmacher. Sie sind zu Viert und bewahren für 5 $ Miete ihre Arbeitsmaterialien im Zentrum auf. Sie sind besser organisiert als der oben beschriebene Schuhmacher, denn sie haben sogar eine Nähmaschine um die Schuhe zu reparieren. Sie verdienen zusammen 50 $ im Monat. Sie kaufen die Absätze von gebrauchten Schuhen, reparieren damit andere Schuhe und verkaufen diese wieder an Interessierte. Sie arbeiten als Gesellschaft und kommen dadurch zu guten Erfolgen.