Alkohol und Probleme im Alltag Drucken
Einige Menschen flüchten vor ihren Problemen in den Alkohol. Sie ignorieren die Tatsache, dass sie auf diese Weise ihre Probleme nicht lösen, sie nur auf den Zeitpunkt ihrer nächsten Nüchternheit verschieben. In bestimmten Stadtvierteln und in den Militärcamps haben sich einige Leute auf eine eigene Alkoholproduktion auf Basis von Getreide (Mais und Hirse) spezialisiert.

Die Herstellung beginnt mit der Fermentation des Getreides. Danach wird es gemahlen und mit Wasser vermischt, um einen Brei zu erhalten. Dieser wird erhitzt und anschließend destilliert. Man erhält danach Methanol- bzw. Ethanolalkohol, allgemein als "Kanyanga" bekannt. Ein Schluck genügt, um das Gleichgewicht zu verlieren. Dieser Alkohol wird in kleinen Gläsern zu 100 ml verkauft: Keiner schafft es, von dieser Flüssigkeit eine ganz Flasche zu trinken.

Kanyanga, in kleinen Lädchen und Spelunken angeboten, wird hauptsächlich von Menschen mit einem geringen Einkommen oder von Arbeitslosen getrunken. Ganze Tage verbringen sie damit auf kaufkräftige Kunden zu warten: Mit ihnen verhandeln sie über ein gemeinsames Gläschen, warten darauf etwas abzubekommen. So kommen die Wartenden durchaus auf mehr als 3 Gläser pro Tag, erhalten ihren Rausch oft ganz umsonst. Diese Praxis nennt sich "Kudumba" und bedeutet, dass man an Bier oder Alkohol ohne eigenes Geld kommt. Kadumba kannte man bei den "Bashi", einem Volk im Süd-Kivu. Dies ist auch ein Grund, weshalb gerade viele Männer sehr faul geworden sind, nicht mehr arbeiten, sich nur noch um das Biertrinken kümmern. Nun meinen sie, diese Lebensgewohnheit schützt sie vor ihren aktuellen Problemen.

Kommen diese arbeitslosen Alkoholiker abends nach Hause, dann hört man sie oft sagen: "Unsere Frauen können uns heute nichts vorwerfen, wir sind ja betrunken. Falls es nichts zu Essen gibt, kein Petroleum für die Lampe im Haus ist, falls da Rechnungen warten für das Schulgeld der Kinder, die monatliche Miete, die Wasserrechnung, falls die Kleidung der Kinder nur noch aus Fetzen besteht, die Kosten für die nächste Geburt der schwangeren Ehefrau anstehen, die Rechnungen der Behandlung der kranken Kinder bezahlt werden müssen, die Beteiligung zur Hochzeit des Nachbars und dessen Familie bezahlt werden muss,....- all dies ist nicht unsere Sache, wir sind nicht daran Schuld. Gott allein kann hier nur helfen. Wenn nicht, dann wird das Problem von alleine gelöst werden, auf jeden Fall ohne unser Zutun".

Man kann sich gut vorstellen, dass die gesamte Last dieser Familie auf den Schultern der Frauen lastet. Die Frauen müssen sich den Herausforderungen des Lebens für ihre Familie stellen, der Ehemann wird lediglich zur Fortpflanzung benötigt.

Diese Kategorie von Männern wird scherzthafterweise "ZUK 'OLYE" genannt. Das heißt soviel wie: "steh auf und geh essen". Die Anspielung ist gedacht für faule Leute, solche die voller Fehler sind, selbst nichts für ihr Überleben tun, völlig passiv leben.

Im Handel mit Tansania und der Provinz Süd-Kivu bringen die Händler große gesalzene Fische namens "Tilapia" auf den Markt. Diese Fische sind sehr wichtig für die Proteinversorgung der gesamten Bevölkerung in Bukavu und Umgebung. Auch diese Fische werden "ZUK 'OLYE" genannt, da sie sehr delikat sind und gut mit anderen Zutaten, vor allem mit Gemüse, serviert werden können.