Jahresbericht 2014 Drucken
anlässlich der Mitgliederversammlung am 07.03.2015

A.    Arbeit in Deutschland

1.    Vorstandstreffen


Der Vorstand hat sich am 8.10.2014 getroffen, um über zwei neue eingereichte Projekte der Organisation OCEK zu beraten.
Wir haben über ein Schulprojekt diskutiert, bei dem Schulkinder ihr Schulgeld durch Haltung und Verkauf von Meerschweinchen erwirtschaften können. Wir fanden das Projekt sehr gut, hatten aber noch einige Fragen und Verbesserungswünsche bezüglich der Durchführung.
Auch das 2. Projekt, ein Ziegenaufzuchtsprojekt für eine Frauengruppe fand unsere Zustimmung, es müssen aber auch dort noch einige Fragen geklärt werden.
(genauere Infos zu den Projekten s. Nr.2)
Weiterhin haben wir uns über die Homepage von ProKivu verständigt und uns mit einem „Danke- Plakat“ mit verschiedenen Wörtern auf Swahili beschäftigt.

2.    Projekte 2014/2015

2.1.    Elevage des Cobayes aux Ecoles Primaires à Luhuku et Kasiru


Es sollen in zwei Grundschulen jeweils 100 Kinder unterstützt werden. Die Schulen befinden sich in der Umgebung Bukavus, die Familien dort sind schlecht ernährt und es ist schwierig, das monatliche Schulgeld aufzubringen. Es gibt viele Kinder, die ohne jegliche Schulbildung in die Minen abwandern, um dort Geld zu verdienen.
Die Kinder sollen angeleitet werden, Meerschweinchen aufzuziehen und zu vermehren. Durch die Haltung und den Verkauf soll das Schulgeld aufgebessert und die Ernährungslage der Familien verbessert werden. Außerdem sollen die Kinder angeleitet werden, die Abfälle der Meerschweinchen als Dünger zur Verbesserung des Bodens der Familiengärten zu nutzen. 
Dadurch soll erreicht werden, mehr Kinder zu einem regelmäßigen Schulbesuch zu motivieren.
Das Projekt soll mit 2250 $ unterstützt werden.

2.2.    Burhinyi – Chèvres

Dieses Projekt ist eine Weiterführung der bereits gut funktionierenden, von ProKivu unterstützten Projekte zur Ernährungssicherung und Bodenverbesserung.
Burhinyi ist eine Region mit 18 großen Dorfgemeinschaften, etwa 80 km von Bukavu entfernt an einer gut ausgebauten Straße gelegen, die von der kanadischen Minengesellschaft Banro wieder hergerichtet worden ist. Viele Frauen leben dort allein mit ihren Kindern, weil die Männer in die Minen abgewandert sind. Es herrscht große Armut, Krankheit und Unterernährung.
In diesem Projekt sollen zunächst 20 Haushalte je eine Ziege bekommen. Die Frauen bekommen eine Anleitung in Ziegenhaltung, Herstellung von Dünger, Bodenverbesserung, Gemüseanbau und gesunder Ernährung. Wenn die Ziegen sich vermehrt haben, sollen sie durch Rotation an weitere Haushalte abgegeben werden.
Das bereits gut funktionierende Projekt in Buhozi soll seine Kenntnisse und Erfahrungen an diese neue Gruppe weitergeben.
Das Projekt Burhinyi soll mit 2713 $ unterstützt werden.

B.    Aktuelle Situation im Kongo

Die Demokratische Republik Kongo bereitet sich auf die nächsten Wahlen im Jahr 2016 vor.
Die Amtszeit des derzeitigen Präsidenten Josef Kabila geht dann zu Ende, er versucht aber, weiterhin an der Macht zu bleiben. Nachdem publik wurde, dass das Wahlgesetz zu seinen Gunsten geändert werden sollte, gab es großen Aufruhr und Demonstrationen seitens der Opposition und der Studenten in Kinshasa. 
Um den Aufstand niedrig zu halten und Absprachen zu verhindern wurde von der Regierung zeitweise das mobile Internet und SMS
Dienste im ganzen Land ausgeschaltet. Inzwischen hat das Parlament die Änderung des Wahlgesetzes ohne den strittigen Absatz verabschiedet.
Im Nord-Kivu führt Kongos Armee einen erneuten Kampf gegen die ruandischen Hutu-Rebellen (FDLR= Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas), die sich seit 20 Jahren im Kongo aufhalten und die Bevölkerung terrorisieren. Eigentlich sollte die UN-Mission „MONUSCO“ unter dem deutschen Diplomaten Martin Kobler diesen Kampf unterstützen, aber es gab Unstimmigkeiten über die militärische Führung der kongolesischen Armee, so dass sich die UN zurückgezogen hat. Martin Koblers Amtszeit geht in 2 Monaten zu Ende.
Im Kivu blüht der Mineralienhandel. Obwohl die internationale Gemeinschaft angeblich nur noch mit „sauberen Rohstoffen“ handelt, sieht die Realität ganz anders aus.
Das Handelsembargo brachte die lokale Mikroökonomie erbarmungslos zum Erliegen, nicht aber den illegalen Export ins Ausland. Die Minengesellschaften schmuggeln ihre Mineralien mit Helikoptern und Lastwagen ins Ausland. Die Vignetten für „saubere Rohstoffe“ kann man überall auf dem Schwarzmarkt bekommen.
Der Kommunikationstechnologiemarkt unseres Jahrhunderts nutzt die Undurchsichtigkeit und Unregierbarkeit der Region und ist mit einer der Gründe, warum der bald 20 Jahre lang währende Krieg in dieser Region andauert.
Eine positive Nachricht:
Der bekannte Gynäkologe Dr. Denis Mukwege, der das Panzi-Krankenhaus in Bukavu leitet, hat am 27. November 2014 vom EU-Parlament den Sacharow- Menschenrechtspreis verliehen bekommen. Er kümmert sich seit Jahren um die Opfer sexueller Gewalt und prangert immer wieder die prekäre Menschenrechtslage im Land an.

Quellen:  Ökumenisches Netz, Zentralafrika,    www.kongo-kinshasa

http://blogs.taz.de/kongo-echo Berichte von Dominik Johnson, Simone Schlindwein, Milo Rau


Hildesheim, den 05.03.2015

Emmeli Bohnsack, Vorsitzende ProKivu e.V.