Jahresbericht ProKivu e.V. zur Mitgliederversammlung am 09.03.2013 Drucken
A. Arbeit in Deutschland


1. Mitgliederversammlung - Vorstandstreffen


Unsere Mitgliederversammlung fand am 10.03.2012 in Hildesheim statt. Es waren viele Mitglieder und Förderer anwesend und die Versammlung hatte einen guten Verlauf. Der Vorstand hat sich zudem in diesem Jahr am 06.06.2012 getroffen. Eine wichtige Frage war die zukünftige Zusammenarbeit vom ProKivu e.V. mit Herrn Innocent Balagizi und seiner Organisation OCEK. Von Innocent Balagizi lag eine konkrete Projektanfrage (siehe Punkt 2) vor, die wir im Rahmen der Vorstandssitzung geprüft und diskutiert haben. Wir haben beschlossen, dieses Projekt zu fördern. Die bisherige Zusammenarbeit mit der Organisation Ushirika wird zunächst nicht weiter fortgeführt. Ein weiteres Ergebnis war, andere Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu ermitteln und mit den Verantwortlichen in Kontakt zu treten: Difäm, Misereor, Brot für die Welt.


2. Projekte des Jahres 2012

Das Hauptanliegen war in diesem Jahr das Projekt:
„Verbesserung der Ernährungssicherheit und Gesundheit in der Region BUHOZI“, eine Region am Stadtrand von Bukavu, unterstützt mit Hilfe der Organisation OCEK.
Die Gruppe wurde mit Ziegen und Meerschweinchen unterstützt, mit dem Ziel, diese weiter zu vermehren und dann im Rotationsprinzip an andere Haushalte weiterzugeben. Zusätzlich wurde der Gemüseanbau verstärkt sowie die Produktion von Dünger zur Bodenverbesserung und zum Verkauf als einkommensförndernde Maßnahme. Das Projekt wurde mit 2.337 US $ von ProKivu unterstützt.


3. Öffentlichkeitsarbeit


- Wir werden weiterhin von der Friedrich-List-Schule in Hildesheim  unterstützt.
Mit dem Tischkicker der Schule gibt es eine regelmäßige Unterstützungs-
und Informationsquelle. Die Schule veranstaltet regelmäßig einen Afrikatag, wobei auch
auf die Projekte von ProKivu und die allgemeine Lage im Kongo hingewiesen wird.
Auch gibt es in der Schule Aushänge, auf denen immer die neuesten Informationen über ProKivu zu finden sind.
Weiterhin unterstützen uns  Einzelpersonen aus der FLS und unserem Förderkreis mit Spenden.
- Dr. Elisabeth Fries (Mitglied des Vorstands des Prokivu e. V.) bekam in diesem Jahr das Bundesverdienstkreuz vom Baden- Württembergischen Ministerpräsidenten Kretschmann für ihre Verdienste in der Afrika- Arbeit, auch als Vorsitzende von ProKivu, überreicht. Darüber sind wir sehr stolz und gratulieren ihr sehr herzlich!
- Unsere Internetseite wird regelmäßig aktualisiert.




B. Arbeit im Süd-Kivu

1. Aktuelle Nachrichten


  • Am 25. Oktober 2012 entkam der bekannte Arzt und Menschenrechtler Dr. Denis Mukwege knapp einem Anschlag auf seinem Grundstück in Bukavu. Er setzt sich sehrfür die misshandelten Frauen im Kivu ein und versucht immer wieder die Weltgemeinschaft auf die unhaltbaren Zustände in der DR Kongo aufmerksam zumachen.
    Er hatte wenige Wochen vor dem Attentat vor dem UN Sicherheitsrat in New York vor dem weiter wachsenden Ausmaß sexueller Gewalt berichtet. Sie wird in der DR Kongoals systematische Kriegswaffe durch illegale Milizen verübt, aber auch von der nationalen Armee. Mukwege erhob in dieser Runde schwere Vorwürfe gegen diekongolesische Regierung, die ihre eigene Bevölkerung nicht ausreichend schützt. Nach einigen Monaten in Belgien arbeitet Dr. Mukwege wieder in Bukavu in seinem Krankenhaus in Panzi.
  • Im November 2012 gab es Unruhen im Nordkivu. Die Rebellenbewegung M23 nahm die Stadt Goma ein, wodurch große Flüchtlingsbewegungen hervorgerufen wurden. Es gab heftige Proteste in allen großen Städten der DR Kongo. Experten der UN bezichtigten die Nachbarländer Uganda und Ruanda diese Gruppe zu unterstützen, um die Kontrolle über die rohstoffreiche Region zu halten. Es gibt dort Kobalt, Zink, Diamanten, Gold und Coltan. Beide Staaten bestritten die Anschuldigungen vehement. Nach einer Woche Besatzung zogen sich die Rebellen am 1. Dezember 2012 auf internationalen Druck aus Goma zurück.

    ( Info aus:
    - Ökumenisches Netz Zentralafrika
    - Weltsichten, Magazin für globale Entwicklung und ökumenische Zusammenarbeit)

2. Neue Projektanträge

  1. Projekt „L’OCEK“

    Mr. Innocent Balagizi, der Koordinator von OCEK  hat uns einen ausführlichen Bericht über das derzeit laufende Projekt geschickt. Darin empfehlen sie eine Weiterführung und Ausweitung auf eine 2. Frauengruppe in der Region.
  2. Mr. Stanislas Lubala, fragt an, ob die letzten, über Ushirika eingereichten Projekte unterstützt werden können:

a) Das Projekt „PIGNON 2“ wurde schon einmal von uns unterstützt.
Es handelt sich um ein Gehörlosenzentrum, in dem verschiedene Handwerke wie Schneiderei, Tischlerei, Seifenherstellung gelernt werden, die dazu dienen sollen, den Gehörlosen eine selbstständige Lebensgrundlage zu schaffen.
Die Schulabgänger sollen mit einer Materialkiste ausgestattet werden, die als
Grundstock für die spätere Berufsausübung dienen soll.

b) Projekt „SORAD“
Hier handelt es sich um ein neues Projekt in der Gegend um Uvira am Tanganyka- See. Diese Region ist durch die Kriege der letzten Jahre sehr in Mitleidenschaft gezogen, die Landwirtschaft muss wieder neu aktiviert werden.
Es geht um die Wiedereinführung und Weiterverbreitung des Weizenanbaus als ein Mittel gegen die Unterernährung der Kinder.



Hildesheim, den 24.02.2013

Emmeli Bohnsack   
Vorsitzende ProKivu e.V.