Jahresbericht 2009 Drucken
anlässlich der Mitgliederversammlung am 13.03.2010

Arbeit in Deutschland

1. Vorstandstreffen
Der Vorstand traf sich am 20.11.2009 in Hildesheim. Das Hauptanliegen unserer Gespräche drehte sich um die laufenden Projekte, die Ushirika zur Zeit betreut. Wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt noch keine abschließenden Berichte und überlegten, wie wir den Kontakt intensivieren könnten, um uns ein klareres Bild der Situation vor Ort zu machen. Die Intensivierung soll erfolgen durch mehr Email-Kontakt und Telefonate. Zusätzlich haben wir einen Brief an die Verantwortlichen von Ushirika verfasst, in dem wir um die Berichte der folgenden Projekte bis zum 15.12.2009 baten:
  • Ephata Neema
  • Foyer Espérance, Kabare
  • Centre de Santé Neema, Production des médicaments naturels
  • Miniélevage, Marafiki wa Mazingira
  • Aveugles CEA, Bukavu
  • Lutte contre d´gradation

2. Projekte des Jahres 2009
Wir haben im Jahr 2009 keine neuen Projekte begonnen, da die laufenden Projekte noch nicht abgeschlossen waren.
Aus diesem Grunde sind die zwei neuen, bereits genehmigten Projekte
  • Quellenprojekt ADINIR, 2.Phase mit 4455 €
  • Behindertenprojekt PIGNON, 2.Phase mit 1.500 €
  • noch nicht überwiesen worden. Sie sollen erst überwiesen werden, wenn die Abschlussberichte der laufenden Projekte vollständig vorliegen.

3. Öffentlichkeitsarbeit
  • Wir werden weiterhin verlässlich von der Friedrich-List-Schule in Hildesheim mit den Aktionen „Feuerzangenbowle“ und FLS-Lotto  unterstützt. Auch bedenken uns weiterhin Einzelpersonen aus dem Förderkreis mit Spenden.
  • Die Internetseite wurde aktualisiert.
  • Die Iso-Elektra Heinrich Piepho Stiftung fragt an, ob sie bei uns Naturschutzprojekte fördern können.

Arbeit im Süd-Kivu

1. Aktuelle Nachrichten
Stanislas Lubala hat sich in den letzten Wochen mit Berichten zu den angefragten Projekten gemeldet. Die Arbeit im Jahr 2009 ging bei Ushirika nur langsam voran. Odile Bulabula, die für die Finanzberichte zuständig ist, hat inzwischen eine führende Rolle im Büro der ECC ( Eglise du Christ au Congo) bekommen. Sie muss sehr viel im In- und Ausland reisen, so dass ihr für die Arbeit bei Ushirika nicht viel Zeit bleibt.
Stanislas Lubala und René Rubambura hatten beide schwere Rückenprobleme (was bei den Straßenverhältnissen im Kongo kein Wunder ist), und fielen deshalb zeitweilig für die Arbeit aus, besonders für den Besuch der verschiedenen Gruppen.


2. Projektberichte

Projekt „Miniélevage, Marafiki wa Mazingira“, Freunde der Natur
Projekt „Aveugles CEA, Bukavu“, Förderung für Blinde und Sehbehinderte
Projekt „Centre de Santé Neema“, Herstellung von Naturmedizin
Projekt „Lutte contre dégradation“, Müllentsorgung
Projekt „Foyer Espérance, Kabare“, Unterstützung vergewaltigter Frauen

Projekt „Miniélevage, Marafiki wa Mazingira“, Freunde der Natur
Das Zentrum Marafiki wa Mazingira besteht seit 2006 und hat zum Ziel, bereits kleinere  Kinder zu gesunder Ernährung und vernünftigem Umgang mit der Natur zu erziehen. Die Kinder bauen selbst Gemüse an und bekommen Tiere (Meerschweinchen oder Kaninchen), die sie selbst aufziehen.
Erzielte Resultate:
Die Ernährungslage der Kinder ist besser geworden. Einige Kinder haben sich mit dem Verkauf einiger Tiere ihr Schulgeld selbst finanziert.


Projekt „Aveugles CEA, Bukavu“, Förderung für Blinde und Sehbehinderte
CEA ist ein kleines kirchliches Projekt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Blinden und Sehbehinderten eine Ausbildung zu geben. Wenn die Teilnehmer ihre Ausbildung beendet haben, beginnt die eigentliche Schwierigkeit, sie in die Gesellschaft zu integrieren, indem sie ihrem gelernten Handwerk nachgehen können. Die Unterstützung von Ushirika diente dieser Wiedereingliederung in 3 Bereichen:
  1. Handwerk: Vermarktung von Strickarbeiten, Korbherstellung, Tischtüchern
  2. Kleintierhaltung und Verkauf von Hühnern und Kaninchen
  3. Herstellung und Vermarktung von Gebäck und Kuchen
Erzielte Resultate:
Mit diesen Arbeitsmöglichkeiten haben die Blinden und Sehbehinderten eine reelle Chance, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, bzw. innerhalb ihrer Familien aktiv dazu beizutragen.


Projekt „Centre de Santé Neema“, Herstellung von Naturmedizin
Dieses Gesundheitszentrum liegt mitten im Industriegebiet von Bukavu und ist ein Projekt einer protestantischen Kirche im Süd-Kivu. ProKivu unterstützte hier ausschließlich die Produktion einiger Medikamente aus Heilpflanzen, die im Süd-Kivu heimisch sind. Es  handelt sich um eine Salbe gegen Rheuma und eine andere gegen Hautkrankheiten. Neben der Herstellung der Salben betreibt das Projekt einen Garten mit Heilpflanzen, der auch als Anschauungsobjekt für die Bevölkerung zur Nachahmung gedacht ist.
Erzielte Resultate:
Die Salben konnten hergestellt werden und sind viel günstiger als die von der Pharmaindustrie hergestellten Produkte.
Es besteht aber bis jetzt das Problem einer offiziellen Anerkennung seitens der staatlichen Behörden, diese Produkte zu vermarkten. Deshalb ist die Produktion im Moment ins Stocken geraten.


Projekt „Lutte contre dégradation“, Müllentsorgung
Es handelt sich um ein Projekt der Müllentsorgung.
In Bukavu wächst die Bevölkerung unablässig, es gibt kein Stadtplanungskonzept, die zuwandernden Menschen bauen ihre Unterkünfte planlos, dort wo sie gerade Platz finden. Die Abfälle werden überall entsorgt, in den Regenrinnnen, an Straßenrändern, auf Bürgersteigen, ohne dass es eine öffentliche Müllabfuhr gibt.
Einige Jugendliche im Stadtteil Muhungu von Bukavu versuchen, in Eigeninitiative das Problem anzugehen und sind dabei mit Material wie Spaten, Hacken, Buschmesser und Schubkarren von ProKivu unterstützt worden.
Die Jugendlichen haben die Regenabflussrinnen wieder frei geschaufelt, öffentliche Abfallbehälter regelmäßig entleert und die Bürgersteige in Ordnung gehalten.
Erzielte Resultate:
  • Es gibt nicht mehr so viele Überschwemmungen aufgrund von verstopften Regenabflussrinnen.
  • Die Öffentlichkeit ist sich des Problems bewusster geworden.
  • Die Menschen fangen an, ihren eigenen Müll zu reduzieren und teilweise selbst zu entsorgen.
  • Inzwischen gibt es eine kommerzielle Müllabfuhr, bei der viele Jugendliche, die vorher  im Projekt gearbeitet haben, eine Arbeit gefunden haben.

Projekt „Foyer Espérance, Kabare“, Unterstützung vergewaltigter Frauen

Es handelt sich um ein Projekt, ca. 25 km von Bukavu entfernt. In dieser Region gibt es immer wieder Überfälle, Plünderungen, Vergewaltigungen. Das Projekt unterstützt vor allem vergewaltigte Frauen bei der Reintegration in die Gesellschaft, soll ihnen wieder Mut geben und die Möglichkeit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Frauen haben eine Ausbildung in Kleintierhaltung mit Rotation erhalten und sind mit Meerschweinchen und Kaninchen unterstützt worden.
Erzielte Resultate:
  • Einige Frauen sind von ihren Familien wieder aufgenommen worden.
  • Die Tierhaltung dient auch der Bodenverbesserung.
  • Durch das funktionierende Rotationsverfahren wird die Anzahl der Menschen mit Kleintierhaltung schnell vergrößert.

3. Neue Projektanträge

Bisher sind aus den bereits oben erwähnten Gründen noch keine neuen Projektanträge eingegangen.


Hildesheim, den 07.03.2010

Emmeli Bohnsack
Vorsitzende ProKivu e.V.