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Wie kam es zu ProKivu?

Im Sommer 1996 begann im südlichen Kivu/Kongo ein Krieg. Eine Reihe von rebellierenden Gruppen lehnten sich mit Unterstützung von außen gegen das seit über 30 Jahren herrschende mobutistische Regime auf. Bis zum Herbst 96 war die Lage derart unübersichtlich geworden, dass die im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit arbeitenden Europäer aus dem östlichen Kongo zurückgezogen wurden. Da sich die Lage auch 1997/1998 nicht stabilisierte, legten viele europäische Entwicklungsorganisationen ihre jahrelange Zusammenarbeit mit Partnern im Kivu auf Eis oder schraubten sie auf minimale finanzielle Unterstützungen zurück.
Einige, die früher dort in der Entwicklungszusammenarbeit gearbeitet hatten, taten sich zusammen und suchten nach Wegen, wie sie auch in dieser Situation den Menschen im Kivu helfen könnten, mit denen sie jahrelang zusammen gearbeitet hatten.

Im Sommer 2000, während des Besuchs ehemaliger Entwicklungshelfer im Kivu, konkretisierte sich diese Idee. Mit kongolesischen Kollegen aus der Entwicklungszusammenarbeit wurde besprochen, wie wir zusammen arbeiten könnten: Durch gemeinsame Anstrengungen wollten wir versuchen, Basisgruppierungen zu unterstützen, die sich auch unter den allgemein schwierigen Bedingungen bemühen, ihre elementare Lebenssituation zu verbessern. Eine Gruppe in Deutschland sollte versuchen, die nötigen Finanzen für solche Maßnahmen aufzubringen; in Bukavu sollte sich dann eine Gruppe von kongolesischen Entwicklungsfachleuten um die Koordinierung der Unterstützungen sowie um die Beratung der Basisgruppen bei der Umsetzung kümmern. Beiden Seiten war von Anfang an klar, dass es sich nicht um groß angelegte Unterstützungen für längere Zeiträume handeln sollte. Vielmehr wollten wir uns auf Anschubunterstützungen für Gruppen konzentrieren, die selbst schon länger an der Verbesserungen ihrer Lebensbedingungen arbeiten.

Die Entwicklungsfachleute in Bukavu gründeten dann die ONG "Ushirika" - was Zusammenarbeit heißt. Die Gruppe in Deutschland gründete am 02.09.2000 den Verein ProKivu.

Schon im September 2000 erhielt ProKivu vom Finanzamt Hildesheim die vorläufige Gemeinnützigkeit zuerkannt. Ende des Jahres, am 28.12., wurde der Verein in das Vereinsregister des Amtsgerichts Hildesheims als ProKivu e.V.eingetragen. Maßgeblich bei diesen Gründungen in Bukavu und Deutschland war Friedrich-Karl Bohnsack beteiligt (verstorben im Jahre 2004).